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Zensursula am Lindener Markt in Hannover


19. September 2009

Gestern war ich zum ersten Mal bei einem Piratenstammtisch (in Hannover). Hat mir gut gefallen und die Leute dort waren mir durchweg sympathisch. Zwei alte Jahrgangskameraden habe ich dort dann auch noch getroffen.

Angeregt durch den Stammtisch gestern Abend bin ich heute dann tatsächlich selbst politisch aktiv geworden. Heute Vormittag hat nämlich unsere allseits beliebte Ursula von der Leyen einen Spaziergang über den Lindener Markt in Hannover gemacht. Dort habe ich natürlich auch einige andere Piraten, aber auch mindestens einen Nicht-Pirat, getroffen. Diese haben sich dann mit ihren Protestschildern an Zensursulas Fersen geheftet und konnten es zahlenmäßig mit den CDU-Leuten dort locker aufnehmen.

Allerdings war die Polizei nicht unserer Ansicht, dass es sich um eine (zulässige) spontane Demonstration handelt, sondern um eine unangemeldete Demonstration und hat von einigen die Personalien aufgenommen. So wird dann die Jugend, die erstmals richtig politisch aktiv ist, gleich wieder abgeschreckt. :(

Natürlich gibt es unten auch ein paar Fotos. Weil ich mir nicht sicher war, wie das mit dem Recht am eigenen Bild aussieht, habe ich sicherheitshalber mal alle erkennbaren Gesichter verpixelt.

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Meine Meinung zu Religion


17. August 2009

Durch die ganze Zensurdebatte bin ich auch auf ein paar ältere Äußerungen unserer Familienministerin Ursula von der Leyen gestoßen:

Eltern sollten mit ihren Kindern beten und ihnen so selbstverständlich wie die Muttersprache auch Religion mitgeben.

Im April 2006 verkündete Ursula von der Leyen, dass sie in einem Bündnis für Erziehung zusammen mit den Kirchen Leitlinien für die Erziehung erarbeiten wolle, wobei “christliche Werte wieder zum Fundament der Erziehung” werden sollen.

Wie gesagt sind diese Aussagen bereits etwas älter, aber zu dem Zeitpunkt war ich noch deutlich weniger an Politik interessiert und hatte sie damals noch nicht mitbekommen. Wo ich sie jetzt gefunden habe, möchte ich doch noch meine Meinung dazu loswerden.

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Die Lügen der Zensursula


2. August 2009

Es gibt Tage, da wünscht man sich, man hätte nicht als erstes die News gecheckt. Es haben ja eigentlich schon alle vorhergesagt, wenn erstmal kinderpornographische Webseiten gesperrt werden, dauert es nicht lange bis das Verlangen groß wird auch andere Inhalte zu sperren. Dies ist ja so auch durchaus schon mit verschiedenen Interessengruppen geschehen. Trotzdem setzt ein Interview mit der Zensursula in der Online-Ausgabe des Hamburger Abendblatts nochmal einen drauf.

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Freiheit und Netiquette


27. Juli 2009

Am 12. September findet in Berlin die Demonstration “Freiheit statt Angst” gegen den um sich greifenden Überwachungswahn statt. Viele Diskussionen in Blogs und Internetforen gelangen leider kaum an die “gewöhnliche” Bevölkerung. Um dies zu ändern, ist die Teilnahme an dieser Demonstration (und anderen) sicherlich sehr begrüßenswert. Leider ist es mir selber nicht möglich teilzunehmen. :(

Desweiteren hat Ursula von der Leyen aka Zensursula einen Verhaltenskodex für das Internet gefordert. Wie auch die Piratenpartei in einer Pressemiteilung erklärt, ist ein fairer Umgang im Internet durchaus unterstüzenswert und damit auch zum Teil die Vorderungen unserer Ministerin. Die Pressemitteilung zeigt auch die weiterhin vorhandene Diskussionsbereitschaft der Piratenpartei; anstatt das diese wegen der Internetsperren eine totale Antihaltung gegen diese Frau einnimmt. Das finde ich gut!

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Ein schwarzer Tag :(


10. Juli 2009

Eigentlich wollte ich in diesem Blog nie großartig über politische Themen schreiben und meine politische Einstellung sollte weitestgehend meine Privatsache bleiben. Ich hatte zwar schon ein paar Beiträge mit politischem Bezug gepostet, aber womöglich werde ich mit politischen Themen in Zukunft weitaus weniger zurückhaltend sein (wie man sicherlich auch bereits an dem Banner oben rechts sieht). Auslöser ist, dass der Bundesrat das “Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen” abgenickt hat, wie ich gerade eben bei heise.de gelesen habe.

Es wurde bereits viel darüber diskutiert, aber da anscheinend doch noch eine Menge Aufklärung nötig ist, hier noch mal, die in meinen Augen wichtigsten, Kritikpunkte:

  • Mit diesem Gesetz wird eine Zensur des Internets eingeführt.
  • Diese Zensur ist in meinen Augen in keinster Weise rechtsstaatlich:
    • Ich als Bürger weiß nicht und kann nicht überprüfen was gesperrt wird. Mir könnten Informationen unter dem Vorwand von Kinderpornographie vorenthalten werden.
    • Die Sperrung beruht nicht auf einer richterlichen Entscheidung, sondern das BKA ist dafür zuständig.
    • Als Betreiber einer Webseite muss ich nicht zwingend über die Sperrung informiert werden.
  • Die Sperrung (beruhend auf DNS-Sperren) können mit recht geringem Wissen umgangen werden. Die eigentlichen “Konsumenten” von Kinderpornos werde also kaum davon abgehalten.
  • Provider mit weniger als 10.000 Kunden müssen die Sperren nicht durchführen. Also kann man die Sperre auch umgehen, indem man einfach den Provider wechselt.
  • Die Einrichtung einer solchen Infrastruktur zu Sperrung lässt schnell das Verlangen wach werden noch andere Sachen zu sperren. Ähnlich gesehen bei den Mautbrücken. Die sollten anfangs auch nur zur Mautüberwachung eingesetzt werden. Aber als sie erstmal standen, war das verge
  • Bereits jetzt gibt es Forderungen nach weiteren Sperrungen. Wer weiß welche Seiten wir uns in Zukunft überhaupt noch ohne Stopp-Schild ansehen dürfen?

Um es noch mal ganz klar zu sagen: Keiner befürwortet Kinderpornographie! Es ist keine Frage, dass es sich dabei um etwas zutiefst Abscheuliches handelt, dass insbesondere für die Opfer sehr, sehr schlimm ist. Aber mit diesem neuen Gesetz wird keinem geholfen. Es bedroht einerseits unsere Bürgerrechte und demokratischen Freiheiten, ist aber andererseits nicht in der Lage das zu bringen, wozu es dienen soll.

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