Langsam kommt mir das Kotzen …
3. August 2009
… und wegen dieser Verwendung von jugendgefährdender Vulgärsprache wird mein Blog bald gesperrt. Warum? Weil ich gerade folgendes auf heise.de lesen musste:
Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) will sich für eine Verschärfung der Gesetze in Richtung auf Zugangssperren im Internet einsetzen, wenn Internet Service Provider (ISP) nicht freiwillig “unzulässige und jugendgefährdende Inhalte” sperren.
Damit man mich nicht falsch versteht: Es gibt ganz klar Filme, Spiele und Inhalte im Internet, die nicht für Kinder und Jugendliche geeignet sind. Daher ist Jugendschutz auch wichtig. Aber deshalb kann und darf man solche Inhalte nicht auch für volljährige, mündige Bürger sperren. Ich bin kein Jurist, doch das dies Zensur wäre, erscheint mir eindeutig. Immerhin würden in diesem Fall nicht mal mehr strafrechtlich relevante Inhalte gesperrt.
Wie steht in Artikel 5 des Grundgesetzes so schön: “Eine Zensur findet nicht statt.” Aber nach 60 Jahren ist der Text ja etwas veraltet und hat damit keine Bedeutung mehr, wie auch Thomas Jurk (SPD-Spitzenkandidat zur Landtagswahl in Sachsen) auf freiepresse.de verkündet hat:
(Gast208) Wieso schränkt die SPD die einfachsten Grundrechte durch die (wirkungslose) Internet-Zensur des Zugangserschwerungsgesetztes ein? Für mich verstößt die SPD damit gegen das Grundgesetzt!
Thomas Jurk: Hallo lieber “Pirat”. Wenn wir gegen das Grundgesetz verstossen, weil wir Pädophilen unmöglich machen kinderpornografische Bilder aus dem Internet herunterzuladen, dann nehme ich das in Kauf. Ich persönlich hoffe darauf, dass wir das Problem lindern, wenn wir den Kunden von Kinderpornografie das Leben schwerer machen. Wenn deshalb irgendwo auf der Welt nur ein Kind nicht zu pornogrfischen Bildern mißbraucht wird, hat sich das gelohnt.
Der Meinung, das Grundgesetz ist sollte so wichtig sein wie eh und je? Dann wähle am 27. September die Piratenpartei. Klarmachen zum Ändern!
Die Lügen der Zensursula
2. August 2009
Es gibt Tage, da wünscht man sich, man hätte nicht als erstes die News gecheckt. Es haben ja eigentlich schon alle vorhergesagt, wenn erstmal kinderpornographische Webseiten gesperrt werden, dauert es nicht lange bis das Verlangen groß wird auch andere Inhalte zu sperren. Dies ist ja so auch durchaus schon mit verschiedenen Interessengruppen geschehen. Trotzdem setzt ein Interview mit der Zensursula in der Online-Ausgabe des Hamburger Abendblatts nochmal einen drauf.
Freiheit und Netiquette
27. Juli 2009
Am 12. September findet in Berlin die Demonstration “Freiheit statt Angst” gegen den um sich greifenden Überwachungswahn statt. Viele Diskussionen in Blogs und Internetforen gelangen leider kaum an die “gewöhnliche” Bevölkerung. Um dies zu ändern, ist die Teilnahme an dieser Demonstration (und anderen) sicherlich sehr begrüßenswert. Leider ist es mir selber nicht möglich teilzunehmen.
Desweiteren hat Ursula von der Leyen aka Zensursula einen Verhaltenskodex für das Internet gefordert. Wie auch die Piratenpartei in einer Pressemiteilung erklärt, ist ein fairer Umgang im Internet durchaus unterstüzenswert und damit auch zum Teil die Vorderungen unserer Ministerin. Die Pressemitteilung zeigt auch die weiterhin vorhandene Diskussionsbereitschaft der Piratenpartei; anstatt das diese wegen der Internetsperren eine totale Antihaltung gegen diese Frau einnimmt. Das finde ich gut!
Ein schwarzer Tag :(
10. Juli 2009
Eigentlich wollte ich in diesem Blog nie großartig über politische Themen schreiben und meine politische Einstellung sollte weitestgehend meine Privatsache bleiben. Ich hatte zwar schon ein paar Beiträge mit politischem Bezug gepostet, aber womöglich werde ich mit politischen Themen in Zukunft weitaus weniger zurückhaltend sein (wie man sicherlich auch bereits an dem Banner oben rechts sieht). Auslöser ist, dass der Bundesrat das “Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen” abgenickt hat, wie ich gerade eben bei heise.de gelesen habe.
Es wurde bereits viel darüber diskutiert, aber da anscheinend doch noch eine Menge Aufklärung nötig ist, hier noch mal, die in meinen Augen wichtigsten, Kritikpunkte:
- Mit diesem Gesetz wird eine Zensur des Internets eingeführt.
- Diese Zensur ist in meinen Augen in keinster Weise rechtsstaatlich:
- Ich als Bürger weiß nicht und kann nicht überprüfen was gesperrt wird. Mir könnten Informationen unter dem Vorwand von Kinderpornographie vorenthalten werden.
- Die Sperrung beruht nicht auf einer richterlichen Entscheidung, sondern das BKA ist dafür zuständig.
- Als Betreiber einer Webseite muss ich nicht zwingend über die Sperrung informiert werden.
- Die Sperrung (beruhend auf DNS-Sperren) können mit recht geringem Wissen umgangen werden. Die eigentlichen “Konsumenten” von Kinderpornos werde also kaum davon abgehalten.
- Provider mit weniger als 10.000 Kunden müssen die Sperren nicht durchführen. Also kann man die Sperre auch umgehen, indem man einfach den Provider wechselt.
- Die Einrichtung einer solchen Infrastruktur zu Sperrung lässt schnell das Verlangen wach werden noch andere Sachen zu sperren. Ähnlich gesehen bei den Mautbrücken. Die sollten anfangs auch nur zur Mautüberwachung eingesetzt werden. Aber als sie erstmal standen, war das verge
- Bereits jetzt gibt es Forderungen nach weiteren Sperrungen. Wer weiß welche Seiten wir uns in Zukunft überhaupt noch ohne Stopp-Schild ansehen dürfen?
Um es noch mal ganz klar zu sagen: Keiner befürwortet Kinderpornographie! Es ist keine Frage, dass es sich dabei um etwas zutiefst Abscheuliches handelt, dass insbesondere für die Opfer sehr, sehr schlimm ist. Aber mit diesem neuen Gesetz wird keinem geholfen. Es bedroht einerseits unsere Bürgerrechte und demokratischen Freiheiten, ist aber andererseits nicht in der Lage das zu bringen, wozu es dienen soll.
Online-Petition gegen Sperrung von Internetseiten
8. Mai 2009
Die Diskussion um die Sperrung kinderpornographischer Internetseiten wird sicherlich an keinem gänzlich vorbeigegangen sein. Ich möchte hier jetzt nicht auf die verschiedenen Argumente eingehen, die dagegen sprechen (technisch unzureichend, Gefahr der Zensur ohne Kontrolle, etc.), sonder darauf hinweisen, dass inzwischen eine Online-Petition gestartet wurde. Ich denke, jeder sollte stark überlegen, diese zu unterzeichnen.
In diesem Sinne möchte ich auch noch auf eine andere lustige Protestaktion hinweisen, die auf die unzulänglichen Kenntnisse der Politiker über das Internet und neue Medien aufmerksam macht: Politiker-Stopp




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