Heise zitiert UN-Bericht falsch [Update]
18. September 2009
Update: Entweder hat heise.de inzwischen die Aussage Maallas korrigiert oder ich habe es irgendwie geschafft den in Klammern folgenden Zusatz zu überlesen. Leider habe ich vergessen, mir einen Screenshot der Seite zu machen. Aber wichtig ist erstmal, dass jetzt die Wiedergabe auf heise.de korrekt ist.
Die Meldung auf heise.de, was in einem Bericht der UN über Kinderpornografie mitgeteilt wird, kann einem ja schon wieder die Haare zu Berge stehen lassen. Allerdings wird ein Punkt von heise aus diesem Bericht falsch zitiert. Heise schreibt:
Maalla wies auch darauf hin, dass es nicht in allen Staaten Gesetze gebe, durch die Internet-Kinderpornografie verboten wird. Dazu gehörten beispielsweise Oman oder Irak.
Tatsächlich steht im Bericht aber:
53. While many countries have legislation containing provisions that criminalize Internet child pornography, some States, for example Oman or Iraq, have no legislation specifically dealing with child pornography. Pornography is considered to be an offence against public morals and decency or a violation of public order and child pornography is punished in that context.
Es ist also richtig, dass es in Oman und Irak keine speziellen Gesetze gegen Kinderpornografie gibt. Dies liegt aber daran, dass Pornografie dort sowieso schon verboten ist. Somit kann man der UN zumindest in diesem Punkt keine falsche Darstellung der Tatsachen anrechnen. Die Heise-Redakteure sollten beim nächsten Mal aber nicht in der Mitte aufhören zu lesen.
Danke übrigens an flups, dessen Beitrag im heise-Forum mich überhaupt erst darauf aufmerksam gemacht hat.
Freiheit und Netiquette
27. Juli 2009
Am 12. September findet in Berlin die Demonstration “Freiheit statt Angst” gegen den um sich greifenden Überwachungswahn statt. Viele Diskussionen in Blogs und Internetforen gelangen leider kaum an die “gewöhnliche” Bevölkerung. Um dies zu ändern, ist die Teilnahme an dieser Demonstration (und anderen) sicherlich sehr begrüßenswert. Leider ist es mir selber nicht möglich teilzunehmen.
Desweiteren hat Ursula von der Leyen aka Zensursula einen Verhaltenskodex für das Internet gefordert. Wie auch die Piratenpartei in einer Pressemiteilung erklärt, ist ein fairer Umgang im Internet durchaus unterstüzenswert und damit auch zum Teil die Vorderungen unserer Ministerin. Die Pressemitteilung zeigt auch die weiterhin vorhandene Diskussionsbereitschaft der Piratenpartei; anstatt das diese wegen der Internetsperren eine totale Antihaltung gegen diese Frau einnimmt. Das finde ich gut!
Ein schwarzer Tag :(
10. Juli 2009
Eigentlich wollte ich in diesem Blog nie großartig über politische Themen schreiben und meine politische Einstellung sollte weitestgehend meine Privatsache bleiben. Ich hatte zwar schon ein paar Beiträge mit politischem Bezug gepostet, aber womöglich werde ich mit politischen Themen in Zukunft weitaus weniger zurückhaltend sein (wie man sicherlich auch bereits an dem Banner oben rechts sieht). Auslöser ist, dass der Bundesrat das “Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen” abgenickt hat, wie ich gerade eben bei heise.de gelesen habe.
Es wurde bereits viel darüber diskutiert, aber da anscheinend doch noch eine Menge Aufklärung nötig ist, hier noch mal, die in meinen Augen wichtigsten, Kritikpunkte:
- Mit diesem Gesetz wird eine Zensur des Internets eingeführt.
- Diese Zensur ist in meinen Augen in keinster Weise rechtsstaatlich:
- Ich als Bürger weiß nicht und kann nicht überprüfen was gesperrt wird. Mir könnten Informationen unter dem Vorwand von Kinderpornographie vorenthalten werden.
- Die Sperrung beruht nicht auf einer richterlichen Entscheidung, sondern das BKA ist dafür zuständig.
- Als Betreiber einer Webseite muss ich nicht zwingend über die Sperrung informiert werden.
- Die Sperrung (beruhend auf DNS-Sperren) können mit recht geringem Wissen umgangen werden. Die eigentlichen “Konsumenten” von Kinderpornos werde also kaum davon abgehalten.
- Provider mit weniger als 10.000 Kunden müssen die Sperren nicht durchführen. Also kann man die Sperre auch umgehen, indem man einfach den Provider wechselt.
- Die Einrichtung einer solchen Infrastruktur zu Sperrung lässt schnell das Verlangen wach werden noch andere Sachen zu sperren. Ähnlich gesehen bei den Mautbrücken. Die sollten anfangs auch nur zur Mautüberwachung eingesetzt werden. Aber als sie erstmal standen, war das verge
- Bereits jetzt gibt es Forderungen nach weiteren Sperrungen. Wer weiß welche Seiten wir uns in Zukunft überhaupt noch ohne Stopp-Schild ansehen dürfen?
Um es noch mal ganz klar zu sagen: Keiner befürwortet Kinderpornographie! Es ist keine Frage, dass es sich dabei um etwas zutiefst Abscheuliches handelt, dass insbesondere für die Opfer sehr, sehr schlimm ist. Aber mit diesem neuen Gesetz wird keinem geholfen. Es bedroht einerseits unsere Bürgerrechte und demokratischen Freiheiten, ist aber andererseits nicht in der Lage das zu bringen, wozu es dienen soll.
Online-Petition gegen Sperrung von Internetseiten
8. Mai 2009
Die Diskussion um die Sperrung kinderpornographischer Internetseiten wird sicherlich an keinem gänzlich vorbeigegangen sein. Ich möchte hier jetzt nicht auf die verschiedenen Argumente eingehen, die dagegen sprechen (technisch unzureichend, Gefahr der Zensur ohne Kontrolle, etc.), sonder darauf hinweisen, dass inzwischen eine Online-Petition gestartet wurde. Ich denke, jeder sollte stark überlegen, diese zu unterzeichnen.
In diesem Sinne möchte ich auch noch auf eine andere lustige Protestaktion hinweisen, die auf die unzulänglichen Kenntnisse der Politiker über das Internet und neue Medien aufmerksam macht: Politiker-Stopp
Schnelles Internet hat doch jeder …
11. Januar 2009
… oder doch nicht? Ich zumindest jedenfalls nicht in jeder Situation: Vor kurzem saß ich im Zug als mir einfiel, dass ich ja noch auf eine eBay-Auktion bieten wollte. Diese sollte dummerweise schon enden bevor ich den Zug verlassen habe. Glücklicherweise kann man ja heutzutage auch mit dem Handy auf das weltweite Datennetz zugreifen, mit UMTS erreicht man ja auch ganz brauchbare Datenraten und die Kosten sind für solche “Notfallaktionen” auch noch tragbar.
Also Macbook gebootet per Bluetooth mit dem Handy verbunden und eingewählt, eBay aufgerufen und gewartet und gewartet und gewartet … Auf der Bahnstrecke hatte ich natürlich kein UMTS-Netz, sondern nur GPRS. Also eine ziemlich lahme Verbindung. Zudem hat vor allem die Startseite von eBay einiges an Grafiken eingebunden. Letztendlich habe ich um die 15 Minuten gebraucht, um mich durchzuklicken und das Gebot abgeben zu können. Insgesamt habe ich dabei ca. 2,2MB an Daten runtergeladen. Das ist wie ich finde ziemlich viel nur um ein Gebot abgeben zu können.
Was lernen wir daraus? Auch in der heutigen Zeit ist noch wichtig Webseiten so zu designen, dass nicht zu viele Daten runtergeladen werden müssen. Wobei ich zugeben muss, dass diese Homepage da auch nicht ganz vorbildlich ist. Aber vielleicht kann ich da in Zukunft mal etwas nachbessern.
Die Ladezeiten der eigenen Homepage kann übrigens unter http://www.websiteoptimization.com/services/analyze/index.html prüfen lassen.




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