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Multiboot-System auf einem Macbook

Vor kurzem habe ich meinem Macbook Pro eine 500 GB-Festplatte spendiert. Um genau zu sein eine Hitachi HTS545050B9A300 aus der Modellreihe Travelstar 5K500.B, welche erst Ende Februar auf den Markt gekommen ist. Schön ist nicht nur der zusätzliche Speicher, sondern auch, dass diese Festplatte etwas weniger Strom verbraucht als die ursprünglich verbaute. Die Auswirkung auf die Akkulaufzeit dürfte aber nicht allzu groß sein, denke ich. Die ausgebaute Festplatte verwende ich übrigens als exteren Platte für meine TimeMachine-Backups in einer IcyBox weiter.

Aber der eigentliche Grund für diesen Post ist ein anderer. Mit der neuen Festplatte habe ich jetzt nämlich genug Speicher für ein Triple-Boot-System mit Mac OS X, Linux und Windows. In vielen Anleitungen zur Einrichtung eines solchen Multiboot-Systems wird davon gesprochen, dass man auf drei Partitionen beschränkt wäre. Dies ist so aber nicht richtig. Daher zeige ich im Folgenden wie man ein Multiboot-System mit mehr als drei Partitionen einrichtet und wo tatsächlich Beschränkungen liegen. Auch werde ich auf Probleme mit NTFS-Partitionen mit dem msftres-Flag eingehen.

Schritt 1: Planung

Bevor man mit der Einrichtung beginnt, sollte man die Partitionierung planen. (Wer möchte kann aber auch zuerst Schritt 2 durchführen.) Die Zahl der Partitionen ist an sich nicht beschränkt. Allerdings kann Windows nur die ersten drei Partitionen verwenden. Dies hat folgenden Grund: Mac OS X benutzt als Partitionstabelle das GPT-Format. Windows dagegen die älteren MBR-Partitionstabellen und kann mit dem GPT-Format nicht umgehen. Linux kommt mit beiden Formaten klar. Glücklicherweise kann man auf einer Festplatte sowohl eine MBR-Partionstabelle als auch eine im GPT-Format speichern. In diesem Fall ist allerdings die MBR-Partitionstabelle auf vier Partitionen begrenzt. Somit kann Windows also auch nur auf die ersten vier zugreifen

Moment, hatte ich davor nicht geschrieben, dass Windows nur auf die ersten drei zugreifen kann?! Ja, habe ich. Die erste Partition, welche ca. 200MB groß ist, wird zwangsläufig für EFI verwendet. EFI ist der Nachfolger des BIOS und stellt somit bei Apple-Rechner die Schnittstelle zwischen Betriebssystem und Hardware da. Die entsprechende Partition wird zwingend von Mac OS X benötigt und wird wegen ihrer grundlegenden Funktion im Festplatten-Dienstprogramm von Mac OS X auch nicht angezeigt. Die ersten drei Partition nach dieser können dann von Windows verwendet werden. Alle weiteren Partitionen können dann nur noch von OS X und Linux genutzt werden.

In der folgenden Tabelle stelle ich meine Partitionierung da und kommentiere, warum ich die Festplatte so partitioniert habe. Es kann erforderlich sein, diese Partitionierung je nach Anwendungsfall anzupassen. Ich rate dazu keine Leerzeichen in den Partitionsnamen zu verwenden. Korrekt programmierte Programme haben damit zwar kein Problem. Aber ich hatte schon Fälle, wo dies zu Problemen geführt hat (das Qt-Configure-Skript kommt z.B. nicht mit Leerzeichen in Verzeichnisnamen klar.).

Nr. Größe Dateisystem Name Kommentar
0. 200MB FAT32 EFI System Diese Partition ist für das Mac OS X System unverzichtbar und sollte weder gelöscht noch verändert werden.
1. 49GB HFS+ MacOS Die System-Partition für Mac OS X. Sollte nicht kleiner als 20GB sein, da die Grundinstallation schon 11–14GB belegt.
2. 200MB ext2 LinBoot In diese Partition wird der Bootloader zum Booten des Linux-Systems installiert. Da diese Partition sonst für nichts verwendet wird, ist hier nicht das Journaling-Dateisystem ext3 nötig.
3. 165GB NTFS Windows In diese Partition wird Windows installiert. Da Computerspiele und Videodaten (ich nutze Windows auch zum Videoschnitt) viel Speicher brauchen, habe ich einiges davon für Windows reserviert.
4. 4GB Swap LinSwap Linux nutzt im Normalfall eine Swap-Partition anstatt einer Auslagerungsdatei. Wenn man das Linuxsystem in den Ruhezustand versetzen möchte, muss die Swap-Partition mindestens so groß sein, wie der Arbeitsspeicher.
5. 15GB ext3 Linux Meine Linux-System und Home-Partition. Da ich momentan Linux nur für Kleinigkeiten verwenden reichen die 15GB. Zudem speichere ich unter Linux in der Regel keine wichtigen Daten. Somit habe ich es nicht als nötig angesehen eine von der Systempartition unabhängige Home-Partition einzurichten, was im Normalfall aber eine gute Idee ist.
6. 230GB HFS+ Home Auf dieser Partition speichere ich meine persönlichen Daten und Dokumente und OS X. Diese getrennte Partition hat den Vorteil, dass ich OS X neu installieren kann ohne vorher diese Daten sicher oder nachher wieder aufspielen zu müssen. Die Größe von 230GB bot sich für mich an, weil ich so ein komplettes Backup auf meine Time-Machine-Platte kriege. Da meine Home-Partition aber bei weiten noch nicht voll ist, habe ich trotzdem immer noch Zugriff auf ältere Backups.

Schritt 2: Mac OS X installieren und Einrichten

  1. Zunächst muss Mac OS installiert werden. Dies sollte auf einer einzigen Partition, welche die gesamte Festplatte ausfüllt, geschehen. Die EFI-Boot-Partition wird von der Installation automatisch angelegt.
  2. Anschließend muss rEFIt installiert werden. Dies ist der “Boot-Manager” der es erlauben wird, die drei Betriebssysteme beim Systemstart auszuwählen. Der Download und Installationsanweisungen finden sich auf der rEFIt-Homepage.
  3. Nun müssen noch MacFuse und NTFS-3G installiert werden, wobei sich die Mac-Version von NTFS-3G hier finden lässt. Download und Installationsanleitungen gibt es wieder auf den entsprechenden Webseiten. Zu beachten ist, dass erst MacFuse und dann NTFS-3G installiert wird, da ersteres von letzterem benötigt wird. Wenn diese Programme installiert wurden ist es möglich unter Mac OS X NTFS-Partitionen zu formatieren und Schreibzugriff auf diese zu erhalten. Von NTFS-3G gibt es zwei Versionen. Eine (Ublio) ist performanter, da sie Caching verwendet, aber die Gefahr fehlerhafter Daten ist größer, wenn die Festplatte plötzlich entfernt wird (was eigentlich nur bei externen Festplatten passieren kann). Ich selber verwende Ublio, auch bei externen Festplatten. Aber da einmal die Verbindung wegen eines defekten USB-Kabels während eines Schreibzugriffs unterbrochen war, musste ich bereits einmal eine NTFS-Partition auf einer externen Festplatte neu formatieren.

Schritt 3: Festplatte partitionieren

  1. Zunächst ruft man den Bootcamp-Assistenten unter OS X auf und verkleinert die Mac OS-Partition auf die gewünschte Größe.
  2. Dann lädt man sich die GParted Live CD herunter und brennt sie auf eine CD.
  3. Man bootet von der der CD, indem man nach dem Anschalten des Macbooks die ‘c’- oder Alt-Taste gedrückt hält.
  4. Wenn der Boot-Vorgang abgeschlossen ist, partitioniert man die Festplatte nach seinen Vorstellungen (siehe Schritt 1). Zu beachten ist, dass NTFS-Partionen nicht als NTFS-Partitionen angelegt werden sollten. Dabei hat GParted (oder genauer libparted, der Bibliothek auf der GParted aufsetzt) nämlich einen Bug, der dazu führt, dass die Partition unter Mac OS X nicht verwendet werden kann und es auch nicht möglich ist sie dort zu löschen. Dies hängt irgendwie damit zusammen, dass GParted das msftres-Flag setzt, welches gleichzeitig den Partitionstyp auf Microsoft Reserved ändert. Dieses Flag kriegt man dann leider nicht mehr entfernt. Daher sollten die NTFS-Partitionen als FAT- oder ext2/ext3-Partitionen angelegt werden.
  5. Hat man neben der Partition, die für die Windows-Installation verwendet wird, noch weitere angelegt, die mit NTFS formatiert werden sollen, so sollte man diese theoretisch im Festplatten-Dienstprogramm von Mac OS X mit NTFS formatieren können. Praktisch hat dies bei mir allerdings nicht geklappt. Es ging aber mit dem Kommandozeilenäquivalent diskutil. Wenn man ein Terminal aufruft, kann man sich mit der Eingabe von diskutil list die aktuelle Partitionierung anzeigen lassen. Das “/dev/diskX” gibt jeweils die Festplatte an, wobei X, die entsprechende Nummer ist. Mit folgendem Befehl lässt sich eine Partition dann mit NTFS formatieren: diskutil eraseVolume “NTFS-3G” <Name> /dev/diskXsY Dabei muss <Name> durch den Namen ersetzt werden, den die Partition erhalten soll, X durch die Nummer der Festplatte und Y durch die Nummer der Partition. X und Y lassen sich der Ausgabe von diskutil list entnehmen.
  6. Ist die Partitionierung komplett so startet man den Rechner neu und wählt bei rEFIt “Start Partitioning Tool” aus. Damit wird die MBR-Partitionstabelle so aktualisiert, dass sie die ersten vier Partitionen enthält. Die entsprechende Nachfrage bestätigt man mit ‘y’ für Yes. Dabei kann es sein, dass das amerikanische Tastaturlayout genutzt wird und das ‘y’ somit auf der ‘z’-Taste liegt. Im Zweifelsfall probiert man beides. Wurde der MBR erfolgreich geschrieben, so zeigt das “Partitioning Tool” an, dass die Tabellen bereits synchronisiert sind.

Schritt 4: Weitere Betriebssysteme installieren

  1. Nun kann zunächst Windows installiert werden. Dazu bootet man von der Windows-CD, wie man zuvor von der GParted-CD gebootet hat. Bei der Installation ist die korrekte Partition auszuwählen und mit NTFS zu formatieren.
  2. Wurde Windows installiert, so kann Linux installiert werden. Folgendes ist zu beachten: Die LinBoot-Partition sollte als “/boot” gemountet werden, die Linux-Partition als “/” und die Swap-Partition als eben diese. Weiterhin muss darauf geachtet werden, dass der Bootloader (für gewöhnlich Grub) nicht in den MBR, sondern auf die LinBoot-Partition installiert wird.
  3. Gegebenenfalls nochmal das “Partitioning Tool” von rEFIt ausführen, damit die Betriebssysteme korrekt erkannt und gebootet werden können.

Dies sollten alle erforderlichen Schritte sein, um ein Triple-Boot-System auf einen Macbook einzurichten. Installiert man auch unter Linux noch NTFS-3G, so können alle drei OS über die Windows-Partition Daten austauschen.

Weiterführendes

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